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Regulatorischer Kontext — EU AI Act

Informativer Überblick über den EU-Rechtsrahmen und seine Entsprechung mit den strukturellen Eigenschaften der Entscheidungsinfrastruktur.

AI Act — Status & Zeitplan

Der wichtigste EU-Rahmen ist die Verordnung (EU) 2024/1689.

In Kraft getreten am 1. August 2024.
Die Anwendung erfolgt gestaffelt: Einige Bestimmungen gelten bereits, andere sind für den 2. August 2026 bzw. den 2. August 2027 vorgesehen.

Am 19. November 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Änderung des AI Acts ("Digital Omnibus on AI"). Dieser Vorschlag durchläuft das Gesetzgebungsverfahren und ist noch nicht in Kraft. Fristen und Verpflichtungen können sich ändern.

Architektonische Entsprechung

High-Level-Mapping zwischen regulatorischen Erwartungen und strukturellen Eigenschaften.

Regulatorische Erwartung Strukturelle Eigenschaft
Entscheidungsnachvollziehbarkeit Deterministische Evaluierung verknüpft mit expliziter Richtlinie
Aufbewahrung von Aufzeichnungen Append-only (Nur-Hinzufügen) Ledger
Transparenz Exportierbare, überprüfbare Beweisartefakte
Menschliche Aufsicht Explizites Routing von unbestimmten (I) Ergebnissen
Zugangs-Governance Richtliniengebundene Autorisierung
Schrittweise Einführung Beobachten / Vergleichen / Anwenden mit Rollback-Möglichkeit
Post-Market-Überwachung (Art. 72) KL-Divergenz-Drifterkennung, T/F/I-Verteilung, Eskalationsmetriken
Erklärbarkeit (Art. 13) Deterministische mehrsprachige Erklärungen (FR/DE/IT/EN), kein LLM
Risikomanagement (Art. 9) AI-Systemrisikoregister mit automatischer Anhang-III-Klassifizierung
Anhang III-Klassifizierung 15-Fragen-Fragebogen, automatisches Pflichtenmapping Art. 9–72
Meldung schwerer Vorfälle (Art. 73) Automatische Erkennung, Schweregrad-Klassifizierung, Fristenverfolgung, Behördenbenachrichtigung
Multi-Regulierungs-Compliance Regulierungsübergreifend: 8 Frameworks (EU AI Act, DORA, MiFID II, FINMA, DSGVO, LPD/nDSG, SOX, Basel III), 27 Artikel
AI-System-Transparenz AI Bill of Materials (SPDX 3.0): Komponenteninventar pro Entscheidung und System mit Integritätsprüfung
Externe Verifizierbarkeit Öffentliches Verifikationsportal: Zero-Knowledge-Verifikation über Merkle-Inklusionsbeweise

Von Verpflichtungen zur Architektur

Die Kernverpflichtungen des EU AI Acts für Hochrisiko-Systeme sind keine Checkliste. Sie sind architektonische Anforderungen. OmegaOS™ implementiert jede als technische Eigenschaft.

Artikel Verpflichtung OmegaOS™ Eigenschaft
Art. 9 Risikomanagementsystem Risk Registry + Ascension-Kohärenzprüfung
Art. 12 Automatische Protokollierung / Nachvollziehbarkeit Append-only Decision Evidence Log
Art. 13 Transparenz Deterministische mehrsprachige Erklärungen
Art. 14 Menschliche Aufsicht Trilean-Logik: Unbestimmt erzwingt Eskalation
Art. 15 Genauigkeit, Robustheit, Sicherheit Formale Invarianten (TLA+), Merkle-Integrität, Ed25519
Art. 72 Post-Market-Überwachung KL-Drifterkennung, T/F/I-Verteilung, automatisierte Alarme
Art. 73 Meldung schwerer Vorfälle Automatisierte Erkennung, Schweregrad-Fristen, Berichterstellung, Behördenbenachrichtigung

Compliance ist im Code verifizierbar — nicht in einem Dokument.

Multi-Regulierungs-Compliance

Regulatorische Verpflichtungen stammen nicht aus einem einzigen Framework. Banken stehen gleichzeitig vor EU AI Act, DORA, MiFID II, FINMA, DSGVO, LPD/nDSG, SOX und Basel III. OmegaOS™ bewertet jede Entscheidung gegen alle anwendbaren Frameworks in einem einzigen Durchlauf.

Framework Abgedeckte Artikel
EU AI Act Art. 9, 12, 13, 14, 15, 72, 73
DSGVO Art. 6, 22, 25, 35
DORA Art. 6, 8, 11, 17, 28
MiFID II Art. 16, 25, 27
FINMA Rundschreiben 2023/1, Model Risk
Schweizer nDSG Art. 22
SOX / Basel III Operationelles Risiko, Audit-Trail-Anforderungen

27 Artikel. 8 Frameworks. Eine Compliance-Matrix pro Tenant. Echtzeit-Lückenanalyse.

Meldung schwerer Vorfälle (Art. 73)

Art. 73 des EU AI Acts verpflichtet Anbieter und Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, schwere Vorfälle an die zuständigen nationalen Behörden zu melden. Die Fristen sind streng: Erstbericht innerhalb von Tagen, vollständiger Bericht mit Korrekturmassnahmen folgt.

OmegaOS™ automatisiert die gesamte Pipeline: Vorfallserkennung aus Drift-Alarmen oder manueller Erfassung, Schweregrad-Klassifizierung mit berechneten Fristen (2/10/15 Tage), Erstellung von Erst- und Vollberichten sowie strukturierte Behördenbenachrichtigung mit vollständigem Audit-Trail.

AI Bill of Materials (SPDX 3.0)

Transparenzverpflichtungen erfordern eine dokumentierte Kenntnis jeder KI-Systemkomponente. OmegaOS™ generiert ein strukturiertes AI Bill of Materials gemäss dem SPDX 3.0 AI Profile-Standard — pro Entscheidung und pro KI-System.

Jedes BOM verknüpft die Entscheidung mit der vollständigen Komponentenkette: Modelle, Datensätze, Trainingsmethoden, Beweisquellen und Risikobewertungen. Die Integrität wird durch kryptografischen Hash verifiziert. Exportformate: SPDX 3.0 JSON-LD, JSON kompakt, Markdown.

Bewiesene Compliance, nicht erklärte Compliance

Traditionelle Compliance stützt sich auf Dokumentation: verfasste Richtlinien, ausgefüllte Checklisten, Audits zu einem bestimmten Zeitpunkt. OmegaOS™ produziert strukturelle Compliance — jede Entscheidung trägt ihren eigenen kryptografischen Korrektheitsbeweis. Die Nachweise werden nicht nachträglich rekonstruiert. Sie werden zum Entscheidungszeitpunkt generiert, unveränderlich aufgezeichnet und auf Anforderung exportierbar.

Dieser Unterschied ist entscheidend, wenn eine Entscheidung vor einer Aufsichtsbehörde verteidigt werden muss. Eine Checkliste erklärt, dass ein Prozess existierte. Ein Entscheidungsbeweis belegt, dass er befolgt wurde — mit den vorliegenden Beweisen, unter den geltenden Regeln, im exakten Moment der Entscheidung.

Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich Informationszwecken. Sie stellt keine Rechtsberatung dar und impliziert keine Zertifizierung, Genehmigung oder formale Compliance.

Verpflichtungen hängen von der Rolle (Anbieter, Betreiber, Importeur), dem Anwendungsfall und der Gerichtsbarkeit ab.
Konsultieren Sie einen qualifizierten Rechtsbeistand.

Offizielle Quellen

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